Industrieestrich

Industrieestriche kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn der Boden erhöhten mechanischen Belastungen standhalten muss.

Wann ein Industrieestrich sinnvoll ist

  • Der Boden muss erhöhten mechanischen Belastungen standhalten.
  • Es bestehen besondere Anforderungen an Ebenheit und Ästhetik, die ein Betonboden nicht erfüllen kann.
  • Je nach Nutzung sind Chemikalienbeständigkeit oder erhöhte Hygieneanforderungen gefragt.

Ausführungsarten

Am häufigsten kommt im Industriebereich der Verbundestrich zum Einsatz, bei dem der Estrich direkt auf dem Rohboden aufgetragen wird. Möglich sind ebenso die Verlegung auf Trennschicht (zum Beispiel PE-Folie) und die Verlegung auf Dämmschicht.

Bindemittel und Festigkeitsklassen

Verwendet werden zementgebundene Estriche mit Zuschlägen nach DIN 4226 („Gesteinskörnungen für Beton und Mörtel“) oder DIN 1100 („Hartstoffe für zementgebundene Hartstoffestriche“), Gussasphaltestriche sowie Estriche aus Kunstharz.

Die im Wohnungsbau üblichen Estriche sind wegen ihrer zu geringen Druckfestigkeit für Industriebauten nicht geeignet. Industrieestriche sollten mindestens der Festigkeitsklasse CT 40 entsprechen. Für diese und höhere Festigkeitsklassen besteht vor der Ausführung eine Eignungsprüfungspflicht.

Ausführung

  1. Untergrund prüfen: Er muss trocken und frei von Schmutzpartikeln sein. Beim Verbundestrich ist zudem eine gute Oberflächenfestigkeit zwingend notwendig.
  2. Einbringen: Die Mörtelmasse wird mit Estrichpumpen aufgebracht, mit einer Latte abgezogen und je nach Konsistenz gerüttelt.
  3. Glätten: Die Oberfläche wird mit Flügelglättern geglättet.
  4. Fugen: Gegebenenfalls werden Bewegungs- und Randfugen vorgesehen.
  5. Nachbehandlung: Nach der Verlegung ist der Estrich eine gewisse Zeit vor Austrocknung (zum Beispiel durch Abdeckung), Zugluft und starker Sonneneinstrahlung zu schützen.

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